Abenteuer-Pilgern

19.09.2025 | Auf dem Weg nach Rom durch die Schweiz

In der letzten Augustwoche ging es für sechs Jugendliche im Alter von 18 bis 21 Jahren für sechs Tage zum Pilgern. Im Zuge der Gründung der neuen Kirchengemeinde St. Ägidius, wurde das Projekt des gemeinsamen Pilgerns ins Leben gerufen. In verschiedenen Etappen wird der Weg von Wiesloch bis Rom gelaufen. Der Weg beginnt auf dem Jakobsweg und geht dann in den Franziskusweg über, welcher dann nach Rom führt. Daher hatten die Pilgernden sowohl eine Jakobsmuschel als Zeichen des Jakobswegs als auch einen alten Schlüssel für den Weg nach Rom dabei.

Diese sechste Etappe, wurde nun von einer Gruppe der Ministrantinnen und Ministranten aus Wiesloch bestritten. Ohne Handys und nur mit 2,50 Euro pro Tag pro Person machten sie sich auf den Weg. Da die letzte Gruppe ihre Pilgerreise in Müllheim am Rhein, südlich von Freiburg im Breisgau, beendete, starteten dort die Nächsten. Mit dem Zug ging es montags zum Ausgangspunkt und von dort den Jakobsweg über Basel bis in die französische Schweiz. In Val Terbi beendete die Gruppe dann schließlich ihren Weg, dort kann dann die nächste Etappe beginnen.

Auf unserem Weg sind wir vielen hilfsbereiten und inspirierenden Menschen begegnet, die
 uns Möglichkeiten zum Schlafen, Abendessen oder Frühstück organisiert haben. Wir konnten die Erfahrungen machen, dass jede und jeder, die man gefragt hat, auf seine oder ihre Weise uns weitergeholfen hat. Manche haben für uns gekocht, andere einen wertvollen Tipp gegeben oder einfach eine Cola ausgeschenkt. Unsere Etappen erstreckten sich je nach Wetterlage und unserer Fähigkeit den Weg zu finden, immer um die 20 bis 30 Kilometer pro Tag. Zu unserem Glück, kamen wir jeden Abend irgendwo unter, wo wir schlafen konnten, sei es ein Haus des Kolpings, der Minis oder der Gemeinde der Stadt. Am Mittwochabend wurden wir sogar im Kloster Mariastein eingeladen. Dafür sind wir extra früh losgelaufen und haben viele Höhenmeter auf uns genommen, um es auf das hochgelegene Kloster zu schauen. Dies jedoch hatte sich absolut gelohnt, denn auch wenn der nächste Morgen regnerisch startete, begann er zumindest mit einer Tasse frischem Kaffee.

Unsere Tage endeten immer mit einer kleinen Abendrunde, in der wir gesungen haben, zur Ruhe fanden und auch unsere Tagebücher geschrieben haben. Mit der Zeit lernten wir auch immer besser, dass tatsächlich der Weg das Ziel ist. Nach unserer Nacht in Mariastein mussten wir im Regen loslegen und haben uns auch relativ schnell verlaufen, sodass wir am Ende einer langen und anstrengenden Tagestour nur 12 Kilometer von Mariastein entfernt waren. Doch auch das war nicht schlimm, denn abends fanden wir uns in der gemütlichen Küche von Tatjana wieder, die uns Nudeln mit Tomatensoße gekocht hatte, sowie morgens bei Meinrad im Wohnzimmer, der uns mit einem riesigen Frühstück bereit für die letzte Etappe machte. Auch dem Wanderer Peter sind wir an diesem Tag begegnet, der uns ein weites Stück begleitet hat und dafür gesorgt hat, uns nicht noch einmal zu verlaufen und uns am Ende sogar einen Schlafplatz organisiert hat.
 
So gingen aufregende und auch anstrengende sechs Tage vorbei, in denen wir wundervolle Menschen treffen durften, die sich hier unmöglich alle aufzählen lassen, eine Menge erlebt haben und auch super viel Spaß hatten.