Auf der Suche nach einem Paten / einer Patin

Fragen, Antworten, Hinweise für Firmanden

Eine wichtige Frage vor der Firmung ist: wer wird mein Pate / meine Patin sein? Da gibt es einiges zu bedenken und zu beachten. Persönliches, aber auch Voraussetzungen, die mit dem Sakrament der Firmung selbst zu tun haben. In diesem Beitrag erfahren FirmandInnen und ihre Familien das Wichtigste zu diesem Thema. Für Fragen, die darüber hinaus gehen, steht Pastoralreferent Gernot Hödl als Ansprechpartner bereit.

Welche Aufgaben haben Patinnen und Paten?

Bei der Firmung legt der Pate / die Patin dem/der Jugendlichen die Hand auf die Schulter. Das bedeutet: ich stärke dir den Rücken, ich bin für dich da. Jetzt, in dem Moment, aber auch darüber hinaus, im Leben.
Patinnen und Paten sind Wegbegleiter für die jungen Menschen, offen für ihre Fragen, für ihre Suche nach dem Weg des Lebens und nach dem Weg des Glaubens. Das bedeutet nicht, dass man als Pate oder als Patin alles wissen muss. Wichtiger ist es, mit dem „Patenkind“ gemeinsam nach Antworten zu suchen auf die Fragen, die das Leben stellt.
Pate oder Patin zu sein, ist nicht nur eine persönliche, sondern auch eine kirchliche Aufgabe. Früher hat ein Pate / eine Patin bestätigt, dass die neuen ChristInnen wirklich zur Gemeinschaft der Kirche und mit Gott gehören wollten. Wesentliche Aufgabe war es dann, den Glauben weiterzugeben. Den Glauben im Leben eines Kindes zu wecken und wach zu halten, ist besonders im Taufpatenamt wichtig. Im Firmpatenamt geht es mehr um die Suche nach dem Sinn des Lebens und um Offenheit für die Fragen des Glaubens. Auf diesem Hintergrund gibt es Voraussetzungen für das Patenamt.
 

Was sind Voraussetzungen dafür, die Aufgabe als Patin / als Pate zu übernehmen?

  • Es ist wichtig, dass es einen persönlichen Bezug zwischen FirmandIn und Pate / Patin gibt. (Eltern dürfen aber nicht FirmpatInnen sein).
  • Kirchlich gesehen ist Voraussetzung, dass der Pate / die Patin selbst getauft, gefirmt und aktuell Mitglied der katholischen Kirche ist. Von Bedeutung ist das, weil es eben auch um den Glauben geht und weil derjenige, der „den Rücken stärkt“ an dieser Stelle eine eigene Erfahrung haben soll. Der Pate / die Patin muss das 16. Lebensjahr vollendet haben. 

Was ist, wenn bei der Person, die Pate / Patin sein soll, diese Voraussetzungen nicht gegeben sind?

  • Konkret gemeint: wenn die Patin / der Pate, evangelisch ist oder einer anderen Kirche angehört oder aus der Kirche ausgetreten ist? Für diese Situation bieten die kirchlichen Vorgaben eine Unterscheidung bei den Bezeichnungen an. 
  • Sind beim gewünschten Paten / der gewünschten Patin die Voraussetzungen für das Patenamt aus kirchlicher Sicht nicht gegeben, wird diese Person als "Wahrnehmungszeuge" in die kirchlichen Dokumente eingetragen. (Es gibt jemand, der die Firmung bezeugen kann.) Für das persönliche Verhältnis zwischen Patenkind und Pate / Patin, die Bezeichnung in der Familie und auch nicht für die Gültigkeit der Firmung hat das keine Bedeutung. 
  • Welche Bezeichnung nun in den kirchlichen Dokumenten eingetragen werden kann, wird bei der direkten Anmeldung zur Firmung abgefragt. 
  • Wenn es dennoch Fragen zur Aufgabe des Paten / der Patin gibt: Nimm / Nehmen Sie in diesem Fall bitte mit mir Kontakt auf (Gernot Hödl, Pastoralreferent, gernot.hoedl@kath-wiedie.de) oder nutzen Sie die Gelegenheit zum Gespräch beim Infoabend für Eltern und PatInnen. 

Weitere Fragen ... 

Müssen die Firmpaten gleichzeitig die Taufpaten sein?
Nein, das ist nicht notwendig. Es kann sein, muss aber nicht.
 
Kann es zwei Firmpaten geben wie es bei der Taufe zwei Taufpaten gibt?
Ja. Beide können auch nach vorne gehen, um bei der Firmung den Rücken zu stärken. 
 
Was ist wenn ein Pate / eine Patin krank wird oder aus anderen Gründen nicht bei der Firmung dabei sein kann?
Der Firmand / die Firmandin kann trotzdem gefirmt werden. Der Pate / die Patin kann ihre Aufgabe trotzdem für den jungen Menschen wahrnehmen. Im Moment der Firmung kann auch eine andere Person mit nach vorne gehen, um den Rücken zu stärken. 
 
Muss der Pate / die Patin bei der Probe vor der Firmung dabei sein? 
Wenn es möglich ist: sehr gut. Falls nicht: es ist kein Muss. Wichtig ist dann, dass der Firmand / die Firmandin alle Infos zum Gottesdienst gut weitergibt. 
 
PRef. Gernot Hödl, Stand 25.7.2024